Sibylle Hämmerli

Fotografie                     Therapie & Beratung

September 2021

Manchmal kommt man an eine Abzweigung und entscheidet sich für einen Weg. Nicht für den Richtigen oder den Falschen, sondern den eigenen Weg. 

Oftmals bedarf es einer Krise und einem gewissen Druck um nötige Veränderungen anzugehen. Momentan steigt der Druck in der Gesellschaft und gerade diese enthüllenden und chaotischen Energien haben mich dazu bewogen endlich gewisse Sprünge zu wagen. 

Im Bereich der Alternativmedizin wurde vor einigen Jahren das Berufsbild angepasst, doch kann ich seit längerer Zeit und aus diversen Gründen nicht mehr hinter dem neuen Berufsbild der Komplementärtherapie stehen. Ich habe deshalb den Entschluss gefasst, mich nach 7 Jahren aus dem erfahrungsmedizinischen Register zurückzuziehen. Der erforderliche Weg zum neuen Eidgenössischen Abschluss ist für mich weder aus therapeutischer noch aus persönlicher Sicht von Interesse. Die Registrierung blockiert mich als Therapeutin in meiner freien Weiterentwicklung, doch genau diese Entwicklung ist für mich wichtige Voraussetzung um weiterhin Freude an meiner Tätigkeit zu haben. 

Viele meiner Berufskollegen wagen diesen Schritt nicht, aus Angst ohne diese Anerkennung auf dem Markt nicht weiter bestehen zu können. Genau diese Existenzängste haben auch mich dazu gebracht diesen Entscheid immer wieder vor mir herzuschieben. Doch vielleicht ist es gerade jetzt höchste Zeit sich seinen Ängsten zu stellen und zu hinterfragen, denn genau mit diesen Ängsten wird, einmal mehr, sehr viel Geld verdient. 

Der Eintrag im erfahrungsmedizinischen Register verspricht eine gewisse Qualitätssicherung für die Klienten. Diese besteht jedoch ganz einfach darin, dass der Jahresbetrag vom Therapeuten pünktlich einbezahlt wird. Was genau hat dies also mit Qualitätssicherung zu tun, wenn sich eigentlich jeder Therapeut den Eintrag erkaufen kann? Für mich als Therapeutin hat sich diese Registrierung mittlerweile nur noch als notwendiges Übel erwiesen und mich in eine gewisse Abhängigkeit gebracht. Die vorgeschriebenen Weiterbildungen und benötigten Aufschulungen machen für mich keinen Sinn, habe ich mich in den letzten Jahren auf diversen anderen Bereichen weiterentwickelt. 

Genau diese Entwicklung wird meines Erachtens durch eine solche Registrierung blockiert und behindert. Deshalb ist es für mich an der Zeit weiterzuziehen. Das Loslassen meiner Ängste, eigenen Erwartungen und gesellschaftlichen Vorstellungen tut unheimlich gut, ist befreiend und stärkend. Ich freue mich auf den neu gewonnen Raum und die neue Unabhängigkeit! Einer der Gründe, weshalb ich mich für die Selbständigkeit entschieden hatte war schliesslich auch, meinen eigenen Wertvorstellungen treu zu bleiben.

Ich wünsche mir ganz viele Leute da draussen, die für Ihre Werte einstehen und für sie kämpfen!


September 2019 

Verborgene Vielfalt – direkt vor unserer Nase

Es fällt mir immer wieder auf, wie wenig oftmals von unserem nächsten Umfeld wahrgenommen wird. Es wird ge-e-biked, gejoggt und gelaufen, aber es wird oftmals einfach vorbeigerannt ohne wirklich wahrzunehmen. Für mich widerspiegelt genau dieses Verhalten unsere heutige Gesellschaft. Wir sind viel zu oft von A nach B unterwegs ohne unterwegs innezuhalten, zu lauschen und zu sehen. 

Wenn ich mit meinem Fernrohr und meiner Kamera unterwegs bin, werde ich oft von neugierigen Passanten angesprochen. Oftmals sind sie erstaunt, wenn ich sie durch das Fernrohr in „meine“ Welt schauen lasse. Doch man muss kein Ornithologe oder Biologe sein um diese Welt sehen zu können und man muss auch nicht stundenlang am gleichen Ort ausharren. Eine gesunde Portion Neugierde an seiner Umwelt und ein paar ruhige Minuten reichen oft schon aus. Denn eigentlich genügt ein kurzes Stehenbleiben um die vielen bunten Schneckenhäuser am Wegesrand oder in den Sträuchern zu bemerken. Oder die Eidechsen, die noch die letzten warmen Sonnenstrahlen auftanken. Erdkröten, die sich nachts in der Waschküche verirren, bunte Käfer, Spinnen, Heuschrecken, Schmetterlinge, Falter, etliche Bienen und Wespen; ja sogar Igel, Füchse, Fledermäuse, Eichhörnchen und diverse Vogelarten – all diese Tiere findet man nicht nur im Wald, am See oder in den Bergen. Sie leben alle direkt vor unserer Nase in unseren Wohnquartieren! Schade nur, dass sie kaum von jemandem wahrgenommen werden. 

All diese Tiere kämpfen tagtäglich um ihr Überleben in einem von uns erschwerten und eingeschränkten Lebensraum. Doch sie ist definitiv da, diese wunderbare Welt voller Leben! Nur weil wir etwas nicht sehen, heisst es noch lange nicht, dass es nicht da ist. 
Wenn also ein Baum gefällt oder eine Hecke ausgerissen wird, dann werden ganze Wohn- und Schlafzimmer, Geburtsstätten, Nahrungsspender und Schutzräume zerstört und dies meist unwiderruftlich. 

Doch was verliert man, wenn man es vorher gar nicht erst bemerkt hat? Macht Eure hübschen Augen auf, nicht nur auf der physischen Ebene! 


Mai 2019

Selbständigkeit – Fluch oder Segen?

Als ich noch Angestellte war, habe ich mich nie als Selbständigerwerbende gesehen. Seit ich selbständig bin, kann ich es mir nicht mehr vorstellen angestellt zu sein. 

Worin besteht der Unterschied? Welche Ängste hindern viele Angestellte sich selbständig zu machen, obwohl sie unglücklich sind mit ihrer Arbeit, ihrem Chef, ihrem Leben?

Als Sachbearbeiterin hatte ich keine Vorstellung, was es bedeuten könnte selbständig zu sein. Ich hatte nur den ganzen administrativen Aufwand vor Augen und hatte Angst vor dem Wort Selbständigkeit. Irgendwie war da zu viel selbst und ständig drin. Und ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, womit ich mein eigenes Geld verdienen könnte. Bis ich vor ein paar Jahren immer mehr in die Selbständigkeit hineingerutscht bin und sie mittlerweile nicht mehr missen möchte. Denn rückblickend sehe ich ganz klar, wie sehr sie mich und meine Umwelt geprägt und verändert hat.

Als Angestellte musste ich mich nicht um Sozialabzüge kümmern, musste keine Versicherungen abschliessen, musste keine Entscheidungen treffen was Arbeitsort und Visitenkarten angeht und hatte ein regelmässiges Einkommen. Das alles erscheint sehr bequem und sicher. Doch sind all diese Sicherheiten überhaupt real, oder beruhigen sie vielmehr unser Denken, weil wir uns nicht ständig mit uns und unseren Ängsten befassen müssen?

Denn genau diese oft ganz existenziellen Ängste beschäftigen mich als Selbständige. Reicht mein Einkommen aus? Woher kommen neue Kunden? Was passiert wenn ich krank werde? Kann ich mir unbezahlte Ferien leisten?

Genau hier begann für mich das grosse Umdenken. Ich musste lernen bewusster zu leben. Musste mich ganz klar für und gegen gewisse Dinge in meinem Leben entscheiden. Nichts war mehr selbstverständlich, denn ich konnte mir nicht mehr alles einfach so leisten. Doch genau diese Einschränkungen liessen mich aufwachen, weil ich mich bewusst für die Dinge entscheiden musste, auf die ich auf keinen Fall verzichten konnte. Ich habe mich immer wieder selbst hinterfragt und warum ich etwas tue und mit wem. Auf Vieles konnte ich plötzlich verzichten und entdeckte dafür Neues. Ich hatte keinen Grund mehr aus meinem Alltag zu fliehen, mich mit materiellen Dingen abzulenken oder mich zu verstecken. Und je mehr ich der Freude in meinem Leben folgte, desto mehr konnte ich darauf vertrauen, damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Und zwar so selbstbestimmt wie es in unserer Gesellschaft heute überhaupt noch möglich ist. Denn auch das musste ich erst lernen. Meine Grenzen neu zu setzen und auch dafür einzustehen. Denn so schön es sein mag, alles selber bestimmen zu dürfen, so belastend kann es manchmal auch sein. Gerade die finanzielle Unsicherheit lässt mich heute noch ins Grübeln kommen. Doch erst die Selbständigkeit machte mich zu dem, was ich heute bin.  

Ich wünsche mir von jedem von euch, dass ihr irgendwann in eurem Leben einmal den Mut findet selbständig zu arbeiten. Denn Selbständigkeit öffnet eine neue Welt. Eine Welt, voller ungeahnter Möglichkeiten und Begegnungen, mit all ihren Hochs und Tiefs. Ich sage nicht, dass es einfach ist selbständig zu sein. Ich nehme diese Herausforderung aber immer wieder gerne an, versuche an ihr zu wachsen, mich nicht unterkriegen sondern und mitreissen zu lassen von der Leidenschaft des Alltags. Denn ist es nicht der Wunsch von jedem von uns, sich selbst verwirklichen zu können, herauszufinden was man wirklich kann und möchte in seinem Leben? 

Einfach sich selbst zu sein, seine Flügel auszubreiten und vom Winde forttragen zu lassen, wo auch immer er uns hinträgt. 

Es warten noch ganz viele Visionen auf ihre Umsetzung und mindestens genau so viele Umwege die noch genommen werden wollen!

Lebt mutig! Eure Sibylle


September 2017

Die beste Medizin ist ein warmes Frühstück!

Wer will körperlich und geistig gesund sein, abnehmen, sich besser fühlen und mehr Energie haben?

-     Das Frühstück als wichtigste Mahlzeit des Tages – Warum? 

Der Körper benötigt Energie, bevor er zu arbeiten beginnt! Oder fährt ein Auto ohne vorher aufgetankt worden zu sein?

-     Warum frühstücken zwischen 7 und 9 Uhr? Weil zu diesem Zeitpunkt der Magen seine höchste Aktivität hat, Nahrung optimal verdaut wird und wir so mit allen nötigen Nährstoffen versorgt werden, die wir für die Arbeit und Konzentration am Vormittag dringend benötigen.

Warum strahlen bei uns so wenige Menschen wenn sie frühmorgens zur Arbeit fahren? Wahrscheinlich weil sie nicht gefrühstückt haben!

-     Morgens kein Appetit und keine Zeit? Dies kann genauso wieder antrainiert werden, wie einst das „keine Zeit mehr haben“ für das Frühstück, denn der Magen ist ein Gewohnheitstier. Zudem ist die Verdauung am Morgen meist immer noch mit dem Abendessen beschäftigt – kein Wunder also dass wir morgens noch keinen Hunger verspüren. Abends also nur leicht und nicht zu spät essen, dies fördert nicht nur den Schlaf sondern auch die Lust auf ein Frühstück.

-     Ein warmes Frühstück muss nicht lange dauern oder kann meist bereits am Vorabend und für mehrere Tage vorbereitet werden. Ausserdem ist es sehr abwechslungsreich: in warmes Wasser eingeweichte Haferflocken mit Apfelmus, Nüssen und Obst, Omeletten mit Gemüse, bunte Gemüsesuppen, Buchweizen-Pancakes, Hirsebrei mit Banane, Ei mit Speck und Vollkornbrot, Frühstückscurry – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – solange es warme und gekochte Zutaten sind!

-     Warum warm und gekocht? Die Verdauungsenzyme werden erst bei Körpertemperatur wirksam. Alles was wir kalt und ungekocht zu uns nehmen muss also erst mit viel Energie auf Körpertemperatur gebracht werden um dann verdaut und von unserem Körper aufgenommen zu werden. Warme und gekochte Speisen wärmen von innen, füllen den Energiespeicher auf und erhöhen das allgemeine Wohlgefühl. Sie sättigen lange, ohne unangenehmes Völlegefühl und erhöhen die Konzentrationsfähigkeit. Die Energie reicht für den ganzen Tag ohne dass man zwischendurch Heisshunger verspürt oder ständig Lust auf Süsses hat. 

-     Warum wir unser Immunsystem gestärkt: Regelmässig, d.h. 1-3 Mahlzeiten täglich warm essen und trinken stärkt unsere Mitte und unser Immunsystem, da ein Grossteil des Immunsystems im Darm sitzt.

Symptome und Krankheiten entstehen durch ein Ungleichgewicht in unserem Körper. Symptome zeigen uns, dass etwas nicht stimmt und dass wir unsere Gewohnheiten und Einstellungen überprüfen und ändern müssen. Nur wenn wir immer wieder auf unseren Körper hören, verschwinden auch gewisse Symptome wieder.

Vor allem meine ganz persönlichen und mehrjährigen Erfahrungen mit einem täglichen warmen und gekochten Frühstück aber auch meine Erfahrungen aus dem Praxisalltag mit meinen Klienten bestätigen immer wie wertvoll ein warmes, gekochtes Frühstück sein kann! 

Und nicht vergessen: Essen soll Freude bereiten!